Wie alles begann
Am Anfang stand eine Begegnung: Für eine argentinische Fernsehdokumentation arbeitete Marcelo Molina mehrere Tage mit dem legendären Clown Oleg Popov zusammen. Vor einer Wand voller Fotos mit berühmten Persönlichkeiten fragte er ihn, ob er glücklich sei — schließlich habe er alles erreicht, wovon ein Künstler träumt. Nach einer langen Pause kam eine überraschende Antwort: Eigentlich habe er nie Clown werden wollen, sondern Sänger, wie Pavarotti. Doch als Kind habe man ihm das Singen verboten. Seine Stimme sei „gefährlich“ gewesen: Sobald er hoch und laut sang, bekamen alle, die ihm zuhörten, Bauchschmerzen. Und weil er so tollpatschig und zärtlich war, wurde er eben Clown.
„Nun ja — im nächsten Leben.“Oleg Popov im Gespräch mit Marcelo Molina
Dieser Satz ging Marcelo Molina jahrelang nicht aus dem Kopf. Eine Stimme, die Menschen buchstäblich den Magen umdreht — daraus entstand Kallo: der traurige Clown, der immer singen wollte, der berühmteste Clown der Welt wurde und doch nie glücklich war, weil ihm sein einziger Traum verwehrt blieb.
Als The Voice Factory eine Präsentation für die jungen Talente vorbereitete, die Yana Kris ausgebildet hatte — einige von ihnen bereits professionelle Musicaldarsteller, dazu Gaststars aus der Musicalszene —, wurde aus dieser Idee eine ganze Geschichte. So entstand „Pipo & Kallo“.
Gespielt wurde in einem Zirkuszelt mit 400 Plätzen, gemeinsam mit Zirkusartisten, Akrobaten und Zauberern, die in die Handlung eingebunden waren. Geplant war die Show für 200 Zuschauer — schon am ersten Abend kamen über 300. Dann sprach sich der Erfolg herum: Es folgten viele ausverkaufte Vorstellungen, und oft standen vor dem Zelt so viele Menschen, die noch hineinwollten, wie drinnen saßen. Das Publikum lachte so ausgelassen, dass die Vorstellung immer wieder innehalten musste.
Geplant für 200 Zuschauer — am Ende standen so viele Menschen vor dem Zelt wie darin.
Danach arbeitete Marcelo Molina die Geschichte für eine große Musicalbühne aus. Als diese Fassung fertig war, kam die Pandemie. Ein befreundeter Filmregisseur, der eine der Vorstellungen gesehen hatte, riet ihm, daraus einen Kinofilm zu machen: warmherziger, gesunder Humor, Situationen und Songs, die es verdienen, von der Welt gesehen zu werden.
Zwei Jahre lang arbeitete er gemeinsam mit Olga Juzyn daran, die Geschichte — die bereits auf Deutsch und Spanisch vorlag — in ein englischsprachiges Filmdrehbuch zu übertragen. Parallel komponierte er neue Songs und erarbeitete die Arrangements mit weiteren Musikern. Über Kontakte aus der Filmbranche kam schließlich die Script Doctorin Susan Lee Smith hinzu, die das Drehbuch auf Hollywood-Niveau überarbeitete und schliff. So entstand die heutige Fassung — möglich gemacht durch die Unterstützung vieler wunderbarer, talentierter Menschen.
Ein besonderer Dank gilt Ana Lozano und George Marshall Ruge — zwei Größen der Hollywood-Filmindustrie — für ihre Hilfe und Unterstützung bei diesem Projekt.